Schiebocker in Pirna
Knapp vier Wochen vergingen seit dem letzten Auswärtsspiel, im Nachhinein darf ich sagen, es hätten noch paar mehr sein dürfen. Eigentlich sah ja es nicht schlecht aus, für das Unternehmen "zum ersten Mal holen wir Punkte gegen Pirna". Der Spielausfall eine Woche zuvor brachte eine erholsame Pause für die Mannschaft, Copitz hatte zwei Klatschen im Gepäck und die Nähe zu Bischofswerda versprach zahlreichen Anhang zur Unterstützung der Aktiven. Drei Fans starteten am Dresdener Hauptbahnhof, zusammen mit rund 150 Autonomen, die sich mit den Einheimischen über deren politischen Vorstellungen unterhalten wollten. Fast hätten wir im Polizeikessel den Nachmittag verbracht, doch einer der Aufpasser hatte Einsehen und entließ uns zum Fußball. Im Stadion waren bei Ankunft schon die Komas dabei den Gästeblock zu beflaggen und nach und nach kamen schließlich 30 Schiebocker zusammen. Im Kiosk eine Bockwurst geholt, die eigentlich sehr gut zu der Cola in Meißen gepasst hätte (siehe "Schiebocker in Meißen"). Eklig ist stark untertrieben, Körperverletzung kommt eher hin. Ich als Fachmann für Speisenbeschaffenheit, sah schon auf den ersten Blick, dass die Bockwurst nicht erstmalig im Kessel lag und dem Verkauf entgegen sehnte, um ihren biologischen Auftrag zu erfüllen.
Sollte demnächst ein toter Hund hinter dem Gästeblock entdeckt werden, hat dieser den Rest meiner Wurst gefunden.
Zum Spiel schreib ich nichts. Der Spielverlauf ist bekannt. Man könnte darüber lachen, hätte es nicht ausgerechnet uns so schmerzlich getroffen. Inzwischen kann zumindest ich wieder optimistisch nach Vorn blicken. Am Wochenende war ich aber für die normale Welt unpässlich.
Das gute an der Sache war, eine BFV- Mannschaft zu sehen, die sich bis zum Schlusspfiff nicht aufgegeben hat. Das ist manchmal mehr wert, als ein Punkt.
So, und für die Frechheit, die Zuschauerzahl mit 100 zu addieren (was laut Aussagen einiger VFL- Fans in ähnlichem Umfang üblich ist) und dies zu veröffentlichen, versauen wir den Pirnaern am letzten Spieltag den Aufstieg. Tja, wer lügt fliegt, bzw. bleibt, je nach dem.
Danke und Tschüss
Antimedialer Widerstandskämpfer Claus
29.11.04
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