Schiebocker in Dresden

Da bin ich wieder. Meinen guten Vorsatz, zu jedem Auswärtsspiel einen Bericht zu verfassen, habe ich ganz hinten in der Schublade versteckt, doch ganz aufgegeben habe ich natürlich nicht. Zu den Spielen in Aue und Hausdorf gab es einfach nicht viel zu berichten. Nur die Erkenntnisse, dass wir alle an Gehirnkrebs sterben werden und der Holzmichel tatsächlich noch lebt und im Erzgebirgsstadion besucht werden kann, nahmen wir aus dem Erzgebirge mit.
Bei schönstem Wetter ging es dann Sonntags in den Dresdener Jägerpark, um mit den selbsternannten Nordlichtern-na ja- die Degen zu kreuzen. Trotz einiger Probleme bei der Anreise- Matek und ich wurden von den Dresdener Verkehrsbetrieben zu einem längeren Spaziergang genötigt, die Autofahrer aus Bischofswerda mussten teilweise größer Umwege hinnehmen, alles wegen eines Moped- Treffens- fanden sich rund 60 lustige Gesellen ein und sorgten zumindest auf den Rängen für ein Heimspiel. Stimmung kam dennoch nicht auf, was unter anderem am gemeinschaftlichen, vorabendlichen Saufgelage der gesamten Oberlausitz lag. Während des Spiels waren die Vögel in den Bäumen manchmal lauter als die Zuschauer. Der Schiedsrichterin gefiel das so nicht. Stimmung musste her und dafür sorgte sie glänzend, ebenso wie für das Tor des Tages. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern, schon mal so eine krasse Fehlentscheidung im Bezug auf einen Strafstoss gesehen zu haben. Eigentlich war es gar keine Fehlentscheidung, denn es gab nichts zu entscheiden. Die gute Dame hatte den BFV ja vor paar Jahren ebenfalls um einen Punkt gebracht, als sie den Schiebockern beim Spiel bei der Zweiten des VfB Leipzig einen äußerst sinnlosen Elfmeter unterjubelte (Irrtum vorbehalten, bin mir aber zu 95% sicher, dass sie es war. Wenn nicht, bitte ich es zu entschuldigen.). Aber bei der Wiederholung hat sie sich selbst ums hundertfache übertroffen. Die anhaltende parteiische Einflussnahme im Spiel ließ Vermutungen über masochistische Anlagen der Schiedsrichterin aufkommen, durfte sie sich doch einiges anhören. Man weiß es nicht. Aber so wie sie grinste- egal. Das schelmische Lachen verging ihr ganz schnell, als sie nach dem Spiel in die Kabine wollte und dabei an den Schiebocker Fans vorbei musste, von denen einige noch mit ihr das Geschehene auswerten wollten. Bei anderen Vereinen wäre sie wohl nicht angekommen., bei uns blieb es glücklicherweise beim Bepöbeln. Da hätten wir es, das Stichwort zum Tage. Bepöbeln. Viel wurde dazu schon gesagt, viel muss nicht mehr gesagt werden. Sicherlich gab es einige Sachen zu hören, die man seinen Kindern nicht vor dem Einschlafen vorlesen würde, insgesamt war es in meinen Ohren trotzdem nichts, worüber man sich aufregen müsste. Das Thema ist durch denke ich und jeder hat da ein Recht auf seine Meinung. Das Spiel an sich lasse ich mal lieber außen vor, das könnt ihr euch in Mateks objektiven Spielbericht durchlesen, hihi. Gut jetzt.

Danke und Tschüss

Schiedsrichterobmann Claus

03.05.05


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