Schiebocker in Chemnitz

Ein paar Gedanken machte ich mir schon. Würden alle von der Zeitumstellung Kenntnis genommen haben? Dachte auch jeder an den vorverlegten Anstoß? Ja. Nicht nur auf die schönsten Fans der Landesliga darf Schiebock in seinen Briefköpfen verweisen, auch die intelligentesten scheinen sich hinter den blau- weißen Fahnen zu versammeln. Bald wird es übrigens ein neues Banner zu bewundern geben. Bei den Komas machen sich Auflösungserscheinungen bemerkbar- es war nur eine Frage der Zeit. Beim Auswärtsspiel in Chemnitz machten Separatisten klar Schiff und gründeten kurzfristig aber bestimmt, eine Ultra- Hool- Inferno- Brigade. Unter dem Namen "Schön und Reich" will man in Zukunft für Furore am Spielfeldrand sorgen. Ich werde mich natürlich anschließen, sehe ich mich doch perfekt beschrieben. Es kommt eben immer auf die Vermarktung an. Trotzdem ist weiter mit den Komas zu rechnen. Nachwuchs ist im Anmarsch, mit einer Flasche abgestandenen Bieres in jeder Hand.
Um 11 Uhr in der Frühe traf ich mich mit dem Budapester, Stadion- und Wohnort- Hopper, der sich so langsam in unseren Verein verliebt. Zugeben will er es noch nicht. Aber manche Dinge sind unausweichlich.
Im Elbepark zu Dresden wurden wir von unseren Fahrern, Dancer und Olly, den wie immer ein großer Dank gebührt, und weiteren Biw`lern aufgegabelt. Die Fahrt, die durch ungarische Ska- Punk- Rock- Volksmusik kurzweilig gehalten wurde, war schnell vorbei, gerade schnell genug, dass Dansi nicht ins Auto gepinkelt wurde. Für unsere problemlose Anreise zeichneten dabei u.a. Bauarbeiter und deutsche Elite- Ingeneure verantwortlich, die es doch tatsächlich geschafft haben, die A4 bei Chemnitz nach ca. 37 Jahren endlich fertig zu stellen. Gratulation zur hervorragenden Leistung.
Die imposanten Flutlichtmasten waren schon aus der Ferne erkennbar und was sie versprachen, hielt das Sportforum. Ein wirklich großartiges Stadion, dass leider kaum, bzw. überhaupt nicht mehr, von größeren Massen an Fußballfans bevölkert wird. Nur rund 70 Menschen begaben sich am 11. Spieltag der Landesliga auf die Tribüne und Gegengerade, ein Viertel davon war der Gastmannschaft zugeneigt. Sofort nach unserem Eintreffen wurden uns eine knappe Stunde vor Anpfiff die Tore geöffnet und wir durften es uns auf der Haupttribüne gemütlich machen, da wo einst die Presse saß, um vom Europapokal zu berichten. Na ja, jetzt waren wir da, eine Steigerung ist also erkennbar. Keine Toiletten, keine gastronomische Versorgung der Zuschauer, da brauch sich dann auch keiner Wundern, dass es nur selten dreistellige Besucherzahlen gibt. Die Zweite der Himmelblauen scheint beim Verein nicht allzu gut da zu stehen, ist nicht einmal ein Sani oder ähnliches für sie übrig. Behandlungen eines verletzten Spielers musste später Frau Doktor aus Schiebock übernehmen. Gerade in der schwierigen Zeit, in der sich der CFC gerade befindet, sollte man dort mal überlegen, ob es nicht ratsam wäre auch mal an die Ausbildungsmannschaft zu denken. Das Spiel war eigentlich recht unterhaltsam, auch ohne Tore. Die größte Einschussmöglichkeit des Spiels hatte Hagen Lein für den BFV, bei den spielerischen Vorteilen für Chemnitz war das 0:0 dennoch in Ordnung.
Eine Geräuschkulisse auf den Rängen war nicht zu vernehmen, nur dem Ende zu, unterstützten die Auswärtsfans ihre Mannschaft dank Dach lautstark. Nach den 95 Minuten kam die ganze BFV Truppe extra auf die Tribüne um bei den Anhängern die Anwesenheit zu kontrollieren. Gibt es sicher nicht oft. Dafür Respekt und danke! Eines muss ich natürlich noch anprangern: Markus kann nicht mal ein Ball fangen, selbst dann nicht, wenn sein Bier bedroht ist. Sah schon bisschen mädchenhaft aus, wie er da den Ball, der eigentlich nur noch segelte, abklatschte. Das wird noch geübt.
Insgesamt war es wieder eine schöne Fahrt die wir da hatten. In zwei Wochen dann nach Markranstädt. Hoffentlich finden am Freitagabend paar Leute den Weg dahin. Flutlicht fetzt nämlich total viel. Hab` auch schon gehört, dass Eif fahren will.

Danke und Tschüss

Ohraufdieschienedergeschichteleger Claus

02.11.04


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