Schiebocker in Meißen



Sa., 15.11.03, 11:30 Uhr, Bahnhof Dresden- Neustadt
Hallo, da sind wir wieder. Noch immer unterwegs in Sachen Fußball, machen die Fans des BFV zwar nur noch die Bezirksliga unsicher, aber wenigstens ist man jetzt immer zum Kaffee daheim.
Matek, am Vorabend extra zeitig ins Bett, kommt fit wie ein THG Sünder des Weges. Patrick flitzt bereits zur selben Zeit mit seinen ergonomischen Zaubersocken durch die Bahnhofsvorhalle und in seinem Windschatten hat sich der Dancer angehängt. Ja, selbst der Dancer hat sein neues Zuhause verlassen. Er wohnt jetzt nämlich endgültig im Flower Power und wagt sich nur in Ausnahmefällen ans Tageslicht. Leider wollte er keine Angaben zu Mietpreis und darin enthaltenes Getränkekontingent machen um keine Nachahmer anzulocken.
Trotzdem nahmen wir ihn an die Hand und so ging`s zu viert mit der S- Bahn Richtung Meißen. Insgesamt vergnügten sich ca. 30 Schiebocker bei Anpfiff im Gästeblock, die noch kurz zuvor der Frau des Stadionwirts eine Bockwurstphobie bescherten.
"Mach Bockwurst, mach Bockwurst, die woll`n hier alle Bockwurst."
Wir waren scheinbar im Begriff dem guten Mann hinter dem Tresen zu einem Jahresumsatz zu verhelfen.
Ich war dabei der dumme, der die erste Cola nach der Jahrtausendwende bestellte, und im Gegensatz zum hinter mir stehenden Patrick fand ich mich in der unangenehmen Situation wieder, meinen Wunsch in vollem Umfang erfüllt zu sehen. Die bereits geöffnete Flasche wartete in einer dunklen Ecke auf das Ende aller Tage, bevor sie meinem Dürsten zum Opfer fiel. Ein kleiner Schluck erschreckte meine Innereien, der Rest flog aus dem Fenster. Für Patrick wurde selbstverständlich eine neue Unkaputtbare aufgemacht, nachdem er brav die Reste der alten Suppe in die Kehle fließen ließ. Da war der Wirt gnadenlos.
Zum Spiel brauch ich nicht viel zu schreiben- wir fahren auf der Siegerstraße.
Deswegen durften wir auch in Meißen beweisen, welch exzellente Erziehung wir empfangen haben, und ließen Schiri und Gegner unsere tiefempfundene Ehrerbietung zukommen. Vorwiegend dem Unparteiischen, dem wir in der Vergangenheit irgendetwas schlimmes angetan haben müssen. Allerdings konnte selbst er nichts am 3-0 ändern, eine höhere Tordifferenz wusste er dennoch zu verhindern, wobei er nicht unbedingt subtil vorging. Gerüchten zufolge trat er nach dem Spiel noch die Spiegel am Schiebocker Mannschaftsbus ab.
Bleiben noch zwei Dinge zu erwähnen:
1. Mittelfeldspieler Hermann räumt weder sein Zimmer auf, noch bringt er den Müll nach draußen.
2. Matek ist nicht therapiefähig.
Näheres dazu fällt der Diskretion zum Opfer.

Danke und Tschüß

Onkel Claus

15.11.03


zurück zur übersicht