Schiebocker in Freital

In Freital gibt es einen Fußballverein, dessen Trainer den Fans vor der Saison versprochen hatte, die Bezirksliga sei nicht stärker besetzt als die Bezirksklasse, aus der dieser Verein gerade aufgestiegen war. Die Fans freuten sich, wurde doch ein Platz unter den ersten Fünf zum kaum verfehlbaren Ziel erklärt. An dem Tag, an dem der BFV bei diesem Verein, Blau-Weiß Stahl Freital, um ihn mal namentlich zu nennen zu Gast war, schienen die Anhänger nicht mehr so fröhlich zu sein.
Denn statt eines sonnigen Platzes im Spitzenquintett, musste man einsehen, dass andere Mannschaften vorzüglich mit den Punkten leben konnten, die man selbst abgab.
So reisten ca. 30 Schiebocker siegessicher zum Auswärtsspiel. Einige per S-Bahn, einige mit dem Auto und ein paar auch mit dem Reiseunternehmen "Komas 43". Letztere fuhren nicht nur zum Fußball, nein, sie interessierten sich auch für mitteldeutsche Landschaften und nahmen einen klitzekleinen Umweg durch die Sächsische Schweiz, weswegen sie auch den Anpfiff verpassten.
Um ihnen eine etwas zügigere Rückfahrt zu ermöglichen, erklärte man ihnen dann während des Spiels mehrmals den Weg. Mir wäre es peinlich gewesen.
Wir standen inmitten der heimischen Fans. Verlief ungewohnt ruhig, dieses Beisammensein. Nur ein Mann mittleren Alters versuchte eine Verbalattacke, die von Dancer mit geheucheltem Verständnis abgewürgt wurde. Hätte gar nicht gedacht, dass unser FloPo-Aktivist so feinfühlig sein kann. Es hätte sich sicherlich nicht so abgespielt, hätten wir uns auf der Gegengeraden postiert. Dort stand der Freitaler Fanclub "Stormtroop of Death".
Ja genau, auch dieses mal gab es wieder viel zu lachen. Tödlich hässlich waren die Spitzbuben aber schon irgendwie.
Das Spiel mit dazugehörigem, sibirischen Wintereinbruch, war in erster Linie erfolgreich, in zweiter Instanz allerdings eher unter der Rubrik "Was soll der Spaß?" einzuordnen. Einen Sieg hätten die Schiebocker auch mit drei Mann eingefahren. Zweifel daran gab es auch bei den Gegnern nicht und so versuchten die es erst gar nicht mit Torschüssen oder ähnlichem. Sonst nichts erwähnenswertes aus Freital. Abends stellte Patrick noch einen Kasten hin. Schließlich ist er jetzt auch fast volljährig. Danke dafür.

Danke und Tschüß

Fanbusfahrer Claus



08.03.04


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