Ein paar Schiebocker in Leipzig

Am 1.12.2001 war es endlich wieder so weit: Unser heißgeliebter BFV spielte auswärts. Diesmal sollte es Richtung Leipzig gehen. Nachdem man an den beiden vergangenen Auswärtsspieltagen die Messestadt nur gestriffen hatte, so sollte es heute das Herz der Weltstadt treffen. Pünktlich versammelten wir uns am Schiebocker Bahnhof und machten uns in großer Zahl auf den langen Weg. Noch ziemlich verschlafen, und somit zu faul für eigene Kooperationen erfreute man sich an de Gesprächen der anderen Fahrgäste, und manch einer musste eben in der sauberen Stadtluft seinem "Köppel ein bissel Sauerstoff gönnen". Am Dresdner Bahnhof (Neustadt) wartete dann noch Andre auf seinen Reiseeinsatz. In fast völliger Einheitskleidung ging es weiter Richtung Leiptzsch. Dort bestand als erstes das allgegenwärtige Problem der Toilettenpapierrollen. Also rein in den ALDI vom Hauptbahnhof und erst mal vier große Packungen des dreilagigen Papiers abgestaubt. Nachdem auch das letzte Geldproblem gelöst war, ging es weiter mit der Straßenbahn nach Probstheida, dem eigentlichen Zielort unsers Wirkens. Auf der Fahrt konnten wir neidisch die Eisbahn und den großen Weihnachtsmarkt bewundern. So was würde es wohl in Schiebock nie geben.
Nirgendwo is man vor Schiebockern sicher, so trafen wir ein Auto mit BZ-Kennzeichen und das wollte doch gleich auch noch zum Stadion. Was für ein Zufall, absolute Überwältigung machte sich in der Straba breit!! Andre führte uns sicher über 100 Umwege dann in das beschauliche (und leider kaum sterile) Stadion. Auf den blauen Billets zum Stadion, lautete es im Einführungstext unter anderem "....Betrunkene, unter Drogen stehende oder vermummte Personen haben keinen Zutritt. Untersagt ist das Mitbringen von als Wurfgeschossene verwendbare Sachen,.....,Transparenten. ....."- Bischi hatten wir ne mit, ein Dealer war auch ne Sicht, also stellten wir die Ordner per Vermummung des Gesichts und das Reinschmuggeln von den Papierrollen auf die Probe. Doch anscheinend ist ihnen der Text nicht bekannt, denn sie ließen uns ohne ein Wort das Stadiontor passieren. Auf dem Kuhacker, welcher als Spielfeld dienen sollte, machte sich bereits die Mannschaft warm. Einem Attentat von Sekundärtorhüter Caspar entging Bäcker nur knapp. Den weiteren Weg bis auf die andere Seite überstanden wir ohne weitere Vorkommnisse. Nachdem jeder ein bequemes Plätzel für die jeweilige Tasche gefunden hatte, machten sich Bori und Bäcker sofort auf den Weg um uns ihr neues und weltveränderndes Plakat zu präsentieren. "Schiebock Rulez on Tour" lautete die Beschriftung. Da wir unsere neuen strahlendweißen Pullover anhatten, wusste jeder der uns sah sofort wer dazugehörte. Einheitslook nennt man das, wie zu Ostzeiten eben. Nach einem schnellen Mittagessen im Casino des Stadions in mitten der Leipziger Jugend und wunderbarer Kindergesänge (In Andre keimten sofort Erinnerungen an vergangene Kindertag auf) kehrten wir wieder in unsere gerade Fankurve zurück. Den üblichen Klopapierhagel sah der einzige anwesende Ordner nicht so gern. Aber er wollte bestimmt trotzdem dabei sein, weil er bezeichnete Andre als "mein Freundchen". Das Andre diese Freundschaft gar ne wollte, nahm er ne zur Kenntnis. Als Protest landeten 3 x 200 Blättchen Klopapier auf dem ehemaligen grünlich-braunen Rasen. Das Stadion erzitterte förmlich unter unseren Anfeuerungsrufen, die genauso dynamisch waren wie das Spiel das wir von den BFV-Helden geliefert bekamen. Das Spiel der weiblichen Fußballerinnen auf dem Nebenfeld lenkte dann doch ab und zu die Blicke vom eigentlichen Geschehen ab (da fielen nämlich Tore) In der Halbzeit schenkte man dann diesem Spiel die absolute Aufmerksamkeit und bekam dafür tolle und langeinstudierte Fußballkunststücke zu sehen. (Fallrückzieher bei Eckstoss)
Die zweite Halbzeit brachte zwar eine etwas bessere Leistung der BFV-Mannschaft, aber Erfolg brachten die Chancen nicht unbedingt. Unter lautem Protest zeigte die weibliche Schiedsrichterin auf den Punkt, das 1:0 für die zweite Mannschaft des VfB Leipzig bahnte sich an und vollzog sich. Da man in den letzten etwa 70 Minuten sanft darauf vorbereitet wurde, saß der Schock nicht ganz so tief, aber ein leichter Anflug von Trauer machte sich dennoch breit. In den zwei Minuten Nachspielzeit gab es eine musikalische Untermalung durch diverse Handyklingeltöne. Bevor man den Rückweg antrat, schmückte man die hiesige Flora mit den Resten der 4 Packungen der Klopapierrollen (ca. 30 Rollen). Damit lösten wir auch bei der Kinderwelt Begeisterung aus. Mit steif gefrorenen Füßen und Händen begaben wir uns zur Straba. In dieser machten Bori und Bäcker Bekanntschaft mit den tauben Überwachungskameras. Bäcker versuchte trotzdem mit dem Zugführer zu kommunizieren.(was allerdings erfolglos blieb)
Am allseits beliebten Leipziger Hbf, gingen 3/5 zu Mc Donalds und kamen fast einheitlich mit Essen und einem ELCH wieder raus. Die Elche unterhielten uns (und später auch die anderen Fahrgäste) dann mit ihrem Gesang im Chor und Kanon. Nach langem hin und her saßen wir endlich in einem warmen Zug und waren wieder unterwegs Richtung Heimat. Es machte sich wieder Müdigkeit breit und bis auf Bori und mir schliefen alle mehr oder weniger. Nach ca. 3 ½ Stunden Fahrt kam man sicher und wohlbehalten wieder in Schiebock an. Fazit: Auch mit Wenigen kann man Spaß haben, auch wenn etwas die Lautstärke und die Spritzigkeit fehlt. Aber unsere Weste ist so weiß wie die neuen Pullover!!!!

Dank an alle Mitwirkenden: Anja, Andre, Bäcker, Bori und Tine, sowie als Nebendarsteller einiger der Treuen und weitere......

TINE






04.12.01


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