Schiebocker in Sondershausen


Vorletztes Auswärtsspiel in der Oberliga und das letzte in Thüringen für eine wahrscheinlich lange Zeit. Es ging nach Sondershausen und wir waren mit am Start. Da der angekündigte Fanbus leider nicht fuhr, musste Andre und sein Renault 19 sich kurzfristig opfern. So ging es zu dritt (Andre Eif und ich - Makke, wo warst du eigentlich ?) um 10 Uhr morgen los in Richtung Thüringen. Bis Halle alles klar und schöne Autobahn - die letzten 90 km gingen wir jedoch durch die Hölle. Nach ein Stadtrundfahrt duch die Hallenser Alt- und Neustadt (Grüsse an alle Hausbesetzer) mussten wir uns noch durch Kulturmetropolen wie die Lutherstadt Eisleben sowie die Heimatstadt des Mammut-Pils Sangerhausen quälen. Doch die schwerste Prüfung in Form eines uns bis dato unbekannten Hochgebirges namens Kyffhäuser sollte kurz vor dem Ziel noch auf uns warten. Bei Dauerregen und überraschenden 180°-Serpentinen und 15%-Steigungen war ich am Ende froh, doch nicht wie ursprünglich geplant mit dem Fahrrad gefahren zu sein. Endlich, nach genau 300 km Sondershausen. Dank einer jungen Mutter (thx nochmal für die super Wegbeschreibung) kommen wir doch nur 10 Minuten zu spät. Das idyllisch gelegene Stadion und die überaus netten und vor allem jungen Kartenverkäuferin (war bestimmt 'ne Studentin - warum gibts sowas eigentlich beim BFV nicht ?) machen mir den Verein sofort sympatisch. Im mit Bauzäunen provisorisch errichteten Gästeblock dann die ersten bekannten Gesichter. Neben Haini und Mecki, noch 4 andere Schiebocker Ultras (6 Stunden Zugfahrt - Respekt Jungs - ihr seid die Härtesten) sowie ein netter Opa mit Schiebockschirm, den ich jedoch trotz Besuch von ca. 200 Heimspielen noch nie in Biw-town gesichtet habe. Zum Spiel. Unsere Helden geben ihr Bestes, irgendwie haben sie aber momentan das Pech gepachtet. So müssen wir nachhelfen. Unsere Bestechungsversuche und Drohungen in Richtung des nur zwei Meter vor uns auf und ab laufenden Linienrichters zeigen jedoch keine Wirkung. Torlos in die Pause - noch gibt es Hoffnung. Die stirbt aber fast endgültig als die Gastgeber nach rund 60 Minuten die zugegeben verdiente Führung erzielen. Langsam wird uns bewusst, dass nun alles vorbei ist. Die Schiebocker versuchen weiter alles. Die Thüringer sind an diesem Tag aber irgendwie zu stark. So verrinnen die Minuten und als der Schiri schliesslich abpfeift brechen nicht nur einige Schiebocker Spieler heulend zusammen. Ein grosses Dankeschön nochmal an Hagen Fritzsche (wegen des Zittau-Spiels wirst du für mich immer ein Fussballgott bleiben), Mirko Ledrich und Lars Marschner, die es als einzige noch fertig brachten nach dem Spiel zu uns Fans zu kommen. So sind wir nach dem Spiel kurz davor aus lauter Frust ein in der Stadiongaststätte stattfindende Familienfeier zu stürmen. Das plötzliche Auftauchen von Ingolf Horn am Bratwurststand hindert uns jedoch Gott sei Dank an der Ausführung unseres Planes. Nach dem STAN-mässigen (greetings to eif) Erwerb eines Pins der gastgebenden Mannschaft, machen wir uns schiesslich auf den langen Rückweg. Erst hier wird uns richtig bewusst, was diese Niederlage wirklich bedeutet. Unsere wahrscheinlich letzte Auswärtsfahrt, die über die Landesgrenzen Sachsens hinaus führte. Toll - naja wenigstens kann ich meinen Enkeln irgendwann einmal erzählen, dass ich beim enttscheidenden Spiel in Sondershausen mit dabei war. Auf der Rückfahrt verunsicherten wir mit unserem Auftreten dann nur noch einige Autofahrer und bewiesen unsere Textsicherheit bei DJ Bobo-Hits. Halb Acht dann endlich wieder in meiner geliebten Heimatstadt. Was für ein Ausflug ...




der "Gästeblock"




... die Stimmung (und das Wetter) wird immer schlechter ...




Mecki und Haini im Regen




Andre realisiert den Abstieg

06.05.01


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